Moschee Wünsdorf, Holzmoschee in Wünsdorf, Deutschland
Die Moschee Wünsdorf war ein Holzbau mit beidseitiger Bretterverschalung auf massiven Grundmauern, den das Charlottenburger Unternehmen Stiebitz und Köpchen 1915 in fünf Wochen errichtete. Der polygonale Betsaal trug eine zentrale Kuppel von 12 Metern Durchmesser über einem Umgang mit Pultdach; das Minarett war 23 Meter hoch. Im Süden lagen Vorraum, Predigerraum und Leichenwaschraum, im Norden ein quadratischer Hof mit Brunnen und ein anschließendes Badehaus.
Die Moschee wurde im Februar 1915 vom Kriegsministerium genehmigt und in fünf Wochen vom Charlottenburger Unternehmen Stiebitz und Köpchen für 45.000 Goldmark errichtet. Eingeweiht wurde sie am 13. Juli 1915 zu Beginn des Ramadan im Beisein des türkischen Diplomaten Mahmut Muhtar Pascha. Nach dem Krieg nutzten noch 90 Muslime die Moschee, bis sie 1924 wegen Baufälligkeit geschlossen und 1925/26 abgerissen wurde.
Die Moschee wurde am 13. Juli 1915 zu Beginn des Ramadan im Beisein des türkischen Diplomaten Mahmut Muhtar Pascha eingeweiht. Die Internierten des Halbmondlagers stammten aus Indien, Nordafrika und Syrien, im benachbarten Weinberglager waren Männer aus französischen Kolonien und Tataren untergebracht. Nach dem Krieg blieben etwa 90 Muslime in zwei nahen Baracken und führten mit Zustimmung der Behörden das religiöse Leben in Wünsdorf fort.
Die Moschee stand im Halbmondlager, einem Kriegsgefangenenlager des Ersten Weltkriegs in Wünsdorf südlich von Berlin. Vom Holzbau ist nichts erhalten; das Gelände ist heute Parkplatz und ein Containerkomplex für Flüchtlinge. Eine Informationstafel, der Straßenname Moscheestraße und einige Soldatengräber erinnern an sie. Die Grabung von 2015 untersuchte den südlichen Vorbau mit dem Minarett.
Die Grabung von 2015 durch das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und die Freie Universität Berlin galt dem südlichen Vorbau mit Minarett, da der zentrale Kuppelsaal unter dem heutigen Parkplatz liegt. Die Ziegelfundamente und Bodenplatten des Betsaals waren nach dem Abriss gezielt abgeräumt worden, vermutlich zur Wiederverwendung; übrig blieben Schutt, Eisenverspannungen, Fragmente der Kronleuchter und farbige Glasstücke der Kuppelfenster.
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