Dritte Französische Republik, Historische Periode in Frankreich
Die Dritte Republik war die Staatsform Frankreichs von 1870 bis 1940 und beruhte auf einer Zweitrammerkammer mit einer Abgeordnetenkammer und einem Senat, die beide von Paris aus agierten. Das System erforderte, dass Regierungschefs Unterstützung aus beiden Kammern erhielten, um ihre Macht zu bewahren.
Die Dritte Republik entstand 1870 nach Frankreichs Niederlage gegen Preußen im Deutsch-Französischen Krieg und ersetzte das Kaiserreich Napoleons III. Sie endete abrupt 1940, als die deutsche Invasion das Land überrannte und ein neues Regierungssystem errichtet wurde.
Die Dritte Republik prägte das französische Selbstverständnis durch die Trennung von Kirche und Staat, wodurch Schulen weltlich wurden und die Wissenschaft neu ausgerichtet wurde. Dieser Wandel war im Alltag spürbar, da Bildung für mehr Menschen zugänglich wurde.
Die Dritte Republik war ein politisches System mit häufigen Regierungswechseln, da die Unterstützung mehrerer Parteien notwendig war, um im Amt zu bleiben. Für Besucher, die französische Politik dieser Zeit verstehen möchten, bieten historische Archive und Museen in Paris Einsichten in diese komplexe parlamentarische Struktur.
Die Dritte Republik war bemerkenswert, weil sie die längste republikanische Herrschaft in der französischen Geschichte bis zu diesem Punkt darstellte, ohne dass ein Militärputsch sie unterbrach. Diese Stabilität war für Frankreich neu und zeigte, dass ein republikanisches System über längere Zeit funktionieren konnte.
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