Saint-Germain-des-Prés, Historisches Viertel im 6. Arrondissement, Frankreich
Saint-Germain-des-Prés ist ein Stadtviertel im 6. Arrondissement am linken Seineufer, das sich zwischen dem Fluss und der Rue du Four erstreckt. Die Straßen verbinden Galerien mit Modeboutiquen, während an den Ecken traditionelle französische Cafés stehen und unter Platanen Bänke zum Verweilen einladen.
Der König Childebert I. gründete hier im Jahr 558 eine Abtei, die über Jahrhunderte hinweg zu einem Zentrum für Gelehrsamkeit und königliche Begräbnisse wurde. Ab den 1940er-Jahren zogen Schriftsteller und Denker in das Viertel und versammelten sich in den Cafés, wodurch es zum Mittelpunkt einer philosophischen Bewegung wurde.
Der Name leitet sich von der Abteikirche ab, die einst das gesamte linke Seineufer prägte und heute als älteste erhaltene Kirche von Paris gilt. Zahlreiche Buchhandlungen und Antiquariate säumen die schmalen Straßen, während an den Terrassen der Cafés Einheimische ihre Tageszeitung lesen oder sich mit Freunden treffen.
Mehrere Metrostationen liegen im Viertel verteilt und verbinden es mit den Linien 4, 10 und 12, wobei die Station Saint-Germain-des-Prés als zentrale Anlaufstelle dient. Die Gassen sind meist eben und lassen sich gut zu Fuß erkunden, während Cafés und Geschäfte tagsüber geöffnet haben und abends eine ruhigere Stimmung einkehrt.
Ein schmales Stadtpalais in der Rue Jacob beherbergte die Unterzeichnung des Vertrags, mit dem 1783 die amerikanische Unabhängigkeit offiziell anerkannt wurde. Das Gebäude trägt heute noch den Namen Hôtel York und erinnert an jenen diplomatischen Moment, der das Ende eines Krieges besiegelte.
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