Aelia Capitolina, Römische Kolonie in Jerusalem, Israel
Aelia Capitolina war eine römische Kolonie in Jerusalem, Israel, die nach dem typischen römischen Stadtplan mit rechteckiger Mauerstruktur und Toren an den Haupthimmelsrichtungen angelegt wurde. Die Straßen bildeten ein Raster, das von breiten Säulengängen gesäumt war und öffentliche Plätze sowie Tempelanlagen miteinander verband.
Kaiser Hadrian gründete Aelia Capitolina um 130 n. Chr. auf den Ruinen Jerusalems nach der Zerstörung des Zweiten Tempels. Die Gründung löste den Bar-Kochba-Aufstand aus und führte zur endgültigen Vertreibung der jüdischen Bevölkerung aus der Stadt.
Der Name vereint Hadrians Familiennamen Aelius mit Capitolina und verweist damit auf die drei wichtigsten römischen Gottheiten vom Kapitolhügel. Diese Benennung sollte den römischen Charakter der neu gegründeten Stadt deutlich machen und ihren Bruch mit der jüdischen Vergangenheit Jerusalems unterstreichen.
Die Hauptstraße von Nord nach Süd, der Cardo genannt, war von Säulen gesäumt, die Dächer stützten, und verband die wichtigsten Stadttore miteinander. Besucher können heute Überreste dieser Säulenstraße im jüdischen Viertel der Altstadt von Jerusalem sehen.
Archäologische Ausgrabungen brachten Grenzsteine ans Licht, die anzeigen, dass die Stadtgrenzen gemäß römischer Gründungstraditionen rituell gepflügt wurden. Diese Zeremonie, Pomerium genannt, sollte die heilige Grenze der neuen Stadt festlegen und ihren Status als rechtmäßige römische Kolonie bekräftigen.
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