Brunnen der Seelen, Heilige Höhle unter dem Felsendom, Jerusalem, Israel
Die auch unter dem Felsendom gelegene Höhle bildet einen natürlichen Raum mit sechs Metern Seitenlänge und einer Deckenhöhe zwischen eineinhalb und zweieinhalb Metern. Die Wände und der Boden bestehen aus gewachsenem Fels, und das Licht fällt durch den darüberliegenden Schrein gedämpft herein.
Nach der Eroberung Jerusalems durch die Kreuzfahrer im Jahr 1099 wandelte sich der Felsendom in eine Kirche, und die darunter liegende Höhle diente als Allerheiligstes. Der Eingang zur Höhle entstand vermutlich im 7. oder im 9. Jahrhundert, als islamische Baumeister die Anlage erweiterten.
Der islamischen Überlieferung zufolge versammeln sich in dieser unterirdischen Kammer die Seelen der Verstorbenen unter dem Grundstein und warten auf den Jüngsten Tag. Besucher betreten einen Ort, der im muslimischen Glauben eine tiefe spirituelle Bedeutung trägt und seit Jahrhunderten verehrt wird.
Um die Höhle zu erreichen, steigen Besucher 16 Marmorstufen hinab, die durch einen schmalen Eingang führen. Die niedrige Decke erfordert an einigen Stellen besondere Vorsicht beim Gehen, und der Raum bleibt auch an heißen Tagen angenehm kühl.
In der Mitte des Bodens befindet sich ein rundes Loch mit einem Durchmesser von knapp einem halben Meter, dessen ursprüngliche Funktion bis heute nicht eindeutig geklärt ist. Manche Forscher vermuten, dass es früher als Belüftungsschacht oder als gemeinschaftliche Grube diente.
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