Tempel der Bona Dea, ehemaliger Tempel in Rom
Der Tempel der Bona Dea war ein antikes Heiligtum am nördlichen Ende des Aventinus in Rom, unterhalb eines Geländeabschnitts namens Saxum. Die Struktur war relativ bescheiden ausgeführt und enthielt heilige Kräuter sowie schlangen, die symbolisch für Heilung standen.
Das Heiligtum entstand wahrscheinlich während einer Phase, in der griechische Gottheiten in die römische Religion aufgenommen wurden und lokale Traditionen sich mit hellenischen Einflüssen vermischten. Kaiser Augustus und seine Frau Livia restaurierten den Tempel später, und das Heiligtum blieb bis ins 4. Jahrhundert sichtbar, obwohl heute keine Überreste mehr vorhanden sind.
Die Göttin Bona Dea war eng mit dem Leben und den Bedürfnissen römischer Frauen verbunden und wurde hauptsächlich in privaten Ritualen verehrt. Ihr Name bedeutet "Die Gute Göttin", und nur Frauen durften an ihren Zeremonien teilnehmen, was diese Kultstätte zu einem geschützten Raum für weibliche Gemeinschaft machte.
Besucher finden heute keine sichtbaren Überreste des Tempels vor, da das Gelände unter der modernen Bebauung und der Kirche von S. Balbina verschwunden ist. Das Verständnis dieses Ortes wird hauptsächlich durch historische Texte und archäologische Berichte vermittelt, nicht durch erhaltene Baustrukturen.
Ein bekannter Skandal ereignete sich 62 v. Chr., als der Politiker Clodius Pulcher sich als Frau verkleidete und heimlich das geheime Festival betrat, das im Haus des Caesars stattfand. Dieser Verstoß gegen das heilige Heiligtum verursachte einen großen Aufruhr und führte zum Rücktritt Caesars, der sagte, dass die Frau eines Caesars jeden Verdacht meiden müsse.
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