Goteik-Viadukt, Eisenbahnviadukt im Shan-Staat, Myanmar
Goteik ist eine Eisenbahnbrücke über eine tiefe Schlucht im nördlichen Teil von Myanmar, gebaut aus gestapelten Stahlträgern, die auf mehreren Etagen über Gerüstpfeiler verlaufen. Die Konstruktion erreicht eine Spannweite von etwa 690 Metern und steht rund 250 Meter über dem Talboden, umgeben von bewaldeten Bergen.
Eine amerikanische Firma lieferte die vorgefertigten Stahlteile am Ende des 19. Jahrhunderts, die dann vor Ort zu einer der höchsten Eisenbahnbrücken Asiens zusammengesetzt wurden. Der Bau verband die koloniale Bahnlinie zwischen Mandalay und dem östlichen Hochland und wurde während Kriegen mehrfach beschädigt und repariert.
Dorfbewohner in den umliegenden Hügeln hören den Pfiff des Zuges lange bevor er erscheint und nutzen seinen Fahrplan zur Orientierung im Alltag. Fischer und Bauern in den unteren Tälern blicken oft hinauf, wenn der Zug über die Schlucht fährt und eine sichtbare Spur in der Landschaft zieht.
Der Zug verlangsamt beim Überqueren und erlaubt Fahrgästen, durch die geöffneten Seitenfenster auf die Stahlstreben und den Wald weit unten zu schauen. Reisende sollten früh am Morgen oder nachmittags fahren, um die Sonne über den Tälern und die klare Sicht auf die Bergketten zu erleben.
Die Brückenpfeiler stehen in schwindelerregender Höhe frei im Raum, sodass man beim Blick nach unten nur Luft und grünes Blätterdach sieht, ohne festen Boden darunter. Manche der originalen Nieten aus dem Jahr 1900 sind immer noch sichtbar und halten die Stahlplatten zusammen, eine Montage, die über ein Jahrhundert überdauert hat.
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