Laguna San Rafael National Park, Nationalpark in der Region Aisén, Chile
Der Nationalpark Laguna San Rafael umfasst 17.420 km² in der Region Aysén und schließt etwa 400.000 ha des Nordpatagonischen Eisfelds ein. Herzstück ist die Laguna San Rafael, gespeist vom San-Rafael-Gletscher, und ein über 16 km langer Fjord. Der Monte San Valentín erreicht im Park etwa 4.058 m Höhe.
Nichteinheimische Forscher erreichten das Gebiet erstmals 1675, als der San-Rafael-Gletscher noch auf dem Festland endete. Zwischen 1741 und 1766 stieß er wahrscheinlich wieder bis zur Lagune vor und ist seither ein Gezeitengletscher. Der Park wurde 1959 gegründet und 1979 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt.
Der Name des Parks stammt von der Laguna San Rafael, die durch den Rückzug des San-Rafael-Gletschers entstand. Der Témpanos-Fluss, obwohl als Fluss bezeichnet, verbindet die Lagune mit dem Golf von Elefantes. Namen wie Puerto Río Tranquilo und Bahía Exploradores an den Zugangswegen spiegeln die lokale Geographie wider.
Der Zugang erfolgt auf dem Seeweg von Puerto Chacabuco mit 16 Stunden Überfahrt oder von Puerto Montt mit Touristenschiffen; auf dem Landweg verbindet eine 2001 gebaute Schotterstraße Puerto Río Tranquilo mit Bahía Exploradores, von wo Boote die Lagune in etwa 2,5 Stunden erreichen. Der Park ist von September bis April zugänglich. Der Jahresniederschlag liegt bei rund 5000 mm, wasserfeste Kleidung ist daher nötig.
Der Untergrund des Parks ist durch Dekret 133 vom 29. August 1989 als wissenschaftlich interessanter Ort für Bergbauzwecke geschützt; jeder Abbau dort braucht eine schriftliche Genehmigung des Präsidenten und des Bergbauministers. Der Park war zudem als Standort des Kraftwerks Baker 2 des 2017 annullierten Projekts HidroAysén vorgesehen.
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