Galleria delle carte geografiche, Geografisches Museum in den Vatikanischen Museen, Vatikanstadt
Die Galleria delle Carte Geografiche ist ein langer Korridor in den Vatikanischen Museen, der mit großformatigen Wandgemälden italienischer Landschaften ausgestattet ist. Die Wände zeigen auf beiden Seiten gemalte Karten, während die gewölbte Decke mit goldenen Stuckarbeiten und allegorischen Szenen verziert ist.
Papst Gregor XIII. beauftragte den Dominikanermönch Ignazio Danti mit der Gestaltung dieser geografischen Darstellungen, die zwischen 1580 und 1583 entstanden. Das Projekt sollte das Wissen über die italienischen Territorien dokumentieren und die päpstliche Autorität über diese Regionen symbolisch unterstreichen.
Die Orientierung der Regionen richtet sich nach Ost-West-Ausrichtung, wobei der Betrachter nach Süden schaut und das Meer jeweils oben dargestellt wird. Diese ungewöhnliche Perspektive spiegelt die damalige kartografische Praxis wider und verleiht dem Raum eine eigene visuelle Logik.
Der Korridor liegt auf dem Weg zur Sixtinischen Kapelle und wird von großen Besuchergruppen durchquert, daher empfiehlt sich ein Besuch früh am Morgen oder spät am Nachmittag. Die Länge des Raums ermöglicht es, an weniger frequentierten Stellen länger zu verweilen und Details in Ruhe zu betrachten.
Jede Karte zeigt nicht nur Küstenlinien und Städte, sondern auch mythologische Figuren und maritime Szenen, die das Verständnis der Region im 16. Jahrhundert widerspiegeln. Einige Darstellungen enthalten Seeschlachten oder religiöse Episoden, die mit bestimmten Orten verbunden waren.
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