Der Bevölkerung, Kunstinstallation im Reichstagsgebäude, Deutschland.
Der Bevölkerung ist ein 21 × 7 Meter großer, von Holzbohlen eingefasster Trog im nördlichen Lichthof des Reichstagsgebäudes. Er ist mit Kies und Erde gefüllt, aus der verschiedene Pflanzen sprießen; aus seiner Mitte strahlen weiße Neonlichtbuchstaben den Titel nach oben. Der Schriftzug ist vom Plenarsaal, von der Presse- und Fraktionsebene sowie vom Dach aus zu lesen.
Der Bundestag genehmigte Haackes Werk am 5. April 2000 mit 260 zu 258 Stimmen, nachdem ein fraktionsübergreifender Gruppenantrag dagegen mit derselben knappen Mehrheit abgelehnt worden war; im September 2000 wurde es eingeweiht. Kritiker wie Norbert Lammert sprachen von einer „skurrilen Bundesgartenschau“, die FAZ und ein von der CDU in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten hielten es für verfassungswidrig. Finanziert wurde es mit rund 200.000 Euro öffentlicher Mittel im Rahmen von „Kunst am Bau“.
Bundestagsmitglieder bringen Erde aus ihren Wahlkreisen mit, die in dem hölzernen Rahmen natürlich bewachsen wird. Diese Praxis macht die Installation zu einem lebenden Symbol der Vielfalt aus ganz Deutschland.
Sie können die Installation von verschiedenen Ebenen des Reichstags aus betrachten, einschließlich des Plenarsaals und der Dachterrasse. Wählen Sie Ihre Perspektive je nachdem, ob Sie den Neontext von unten oder von oben sehen möchten.
Der Titel bildet bewusst einen Gegensatz zur älteren Aufschrift 'DEM DEUTSCHEN VOLKE' an der Gebäudefassade. Haacke wollte mit 'Der Bevölkerung' ein anderes Verständnis von Nation ausdrücken, das Vielfalt statt Homogenität betont.
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