Villa Rumpf, Denkmalgeschützte Villa am Heiligen See, Potsdam, Deutschland
Die Villa Rumpf ist eine Turmvilla aus rotem Backstein im Stil des holländischen Neobarocks, 1894/95 vom Maurermeister Emil Lilie nach einem Entwurf des Berliner Gartenarchitekten Gustav Meyer erbaut, mit Gartenanlage, Pavillon und straßenseitiger Einfriedung am Heiligen See. Auf der Seeseite steht ein Turm mit glockenförmiger Haube, die geschweiften Giebel ähneln denen des Holländischen Etablissements.
Die Villa Rumpf wurde 1894/95 im Stil des holländischen Neobarocks für den aus Würzburg zugezogenen Kunstmaler Fritz Rumpf erbaut; den Entwurf des Berliner Gartenarchitekten Gustav Meyer führte der Maurermeister Emil Lilie aus. Bis 1945 blieb sie im Besitz der Familie, brannte am Ende des Zweiten Weltkriegs aus und wurde nicht im ursprünglichen Zustand wiederhergestellt. Die Rote Armee beschlagnahmte sie und überließ sie der französischen Militärverbindungskommission, die in die Villa Seestraße 41 umzog; danach nutzten Künstler und Filmschaffende die Wohnruine. Bis 2000 wohnte der Maler Peter Wilde dort, zunächst in einem Dachzimmer, und restaurierte das Gebäude Stück für Stück, wobei von allen Gegenständen eine Rußschicht des Brandes von 1945 entfernt werden musste.
Der Gartenpavillon zeigt Holzsäulen, die von der Architektur der Peterskirche in Rom inspiriert sind. Diese Verbindung zu italienischen Bauformen spiegelt die kosmopolitischen Geschmäcker wider, die in Potsdams Villenlandschaft geprägt haben.
Die Villa liegt in der Ludwig-Richter-Straße 17 direkt am Heiligen See, mit Garten, Pavillon und straßenseitiger Einfriedung. Sie ist ein privates Wohnhaus: zu sehen ist sie von der Straße und vom Uferweg, das Innere ist nicht zugänglich. Der Gartenpavillon von 1900 mit den gedrehten Holzsäulen ist das Detail, auf das man von außen achten kann.
Der sechseckige Gartenpavillon, den der Zimmermeister Ferdinand Krüger 1900 errichtete, hat gedrehte Holzsäulen, die den Säulen des Altarbaldachins im Petersdom in Rom nachempfunden sind. Der Turm mit glockenförmiger Haube auf der Seeseite nimmt Bezug auf die Torhäuser im Neuen Garten.
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