Tōkei-ji, Buddhistisches Kloster in Kamakura, Japan
Tōkei-ji ist ein buddhistisches Frauenkloster in Kamakura, das in einem bewaldeten Hang liegt und über mehrere Ebenen verteilt ist. Die Anlage umfasst eine Haupthalle mit sitzender Buddha-Statue, Steintürme und traditionelle Gärten, die je nach Jahreszeit mit Pflaumenblüten, Hortensien oder Herbstlaub geschmückt sind.
Kakusan-ni, die Witwe von Hōjō Tokimune, gründete diese Klosteranlage 1285 als Zufluchtsort für Frauen, die sich scheiden lassen wollten. Wer drei Jahre innerhalb der Mauern blieb, erhielt die rechtliche Scheidung, was bis 1873 der einzige Weg für Frauen war, eine Ehe zu beenden.
Der Friedhof beherbergt die Gräber bedeutender Denker wie Kitarō Nishida und Daisetz Teitaro Suzuki, die japanische Philosophie und Zen-Studien im Westen bekannt machten. Ihre Ruhestätten ziehen noch heute Menschen an, die sich mit japanischem Geistesleben beschäftigen.
Das Gelände erreicht man nach einem etwa 20-minütigen Spaziergang vom Bahnhof Kita-Kamakura, der an der JR-Yokosuka-Linie liegt. Die Wege führen über Treppen und leicht ansteigende Pfade, die bei nassem Wetter rutschig werden können.
Über sechs Jahrhunderte lang bot dieser Ort den einzigen rechtlich anerkannten Weg zur Scheidung für Frauen im feudalen Japan. Diese Rolle endete erst mit der Modernisierung des Familienrechts im späten 19. Jahrhundert.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 60,000 Mitwirkenden weltweit.