Orchon-Runen, Alte Steininschriften im Orchon-Tal, Mongolei.
Die Orkhon-Inschriften bestehen aus zwei hohen Steintafeln in einem abgelegenen Talabschnitt, auf denen alttürkische Schriftzeichen und chinesische Zeichen zu sehen sind. Jede Tafel steht auf einem steinernen Sockel und trägt Texte, die auf allen vier Seiten eingemeißelt wurden.
Die Stelen wurden im 8. Jahrhundert errichtet, um an Kül Tigin und Bilge Khagan zu erinnern, zwei Anführer der Göktürken. Die Texte berichten von ihren Taten und den Beziehungen zu China unter der Tang-Dynastie.
Die Namen auf den Tafeln ehren zwei Brüder, die das Reich regierten und ihre Herkunft aus den Steppen nie vergaßen. Man erkennt heute noch, wie wichtig den Göktürken die Erinnerung an Kriegszüge und Verträge war, denn sie ließen beides in Stein meißeln.
Die Stätte liegt etwa 80 Kilometer nördlich des Klosters Erdene Zuu in offenem Gelände, das man per Geländewagen erreicht. Organisierte Touren ab Ulaanbaatar erleichtern die Anreise und bieten oft einen Führer vor Ort.
Ein dänischer Sprachforscher entzifferte 1893 die Zeichen und legte damit das älteste bekannte türkische Schriftstück offen. Vorher wusste niemand, dass diese Sprache schon so früh niedergeschrieben worden war.
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