Brüggen Gletscher, Gezeitengletscher in der Region Magallanes, Chile
Der Brüggen-Gletscher ist ein Gezeitengletscher in der Magellan-Region und erstreckt sich über etwa 66 Kilometer vom Südlichen Patagonischen Eisfeld, was ihn zum längsten Gletscher der südlichen Hemisphäre außerhalb der Antarktis macht. Seine Zunge endet in mehreren Ausläufern in das Fjordsystem, wo sich steile Eiswände direkt in tiefe Gewässer absenken.
Der Gletscher entstand in der Eiszeit und war über Jahrtausende hinweg bedeutenden Schwankungen unterworfen. Im 20. Jahrhundert zeigte er ein ungewöhnliches Verhalten: Zwischen 1945 und 1976 rückte er etwa 5 Kilometer vor und ragte dabei in den Eyre-Fjord vor.
Der Gletscher trägt den Namen des deutschen Geologen Juan Brüggen Messtorff, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts intensive Forschungen in der patagonischen Region durchführte. Besucher können heute an den Ufern erkennen, wie die lokale Landschaft durch diese Eismassen geprägt wurde.
Besucher erreichen den Gletscher in der Regel mit Kreuzfahrtschiffen, die durch das Fjordsystem fahren und die Eisfront aus nächster Nähe zeigen. Die beste Zeit zum Beobachten ist während stabiler Wetterbedingungen, da die fjordähnliche Lage abrupte Wetterumschwünge begünstigen kann.
Im Gegensatz zu den meisten Gletschern der Welt hat sich der Brüggen-Gletscher in den letzten Jahrzehnten ungewöhnlich verhalten und ist um etwa 60 Quadratkilometer gewachsen, während andere Gletscher weltweit schrumpfen. Diese Expansion macht ihn zu einem wissenschaftlichen Rätsel und zu einer seltenen Ausnahme unter den südpatagonischen Gletschern.
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