Haus der Vestalinnen, Antike religiöse Residenz im Römischen Forum, Italien
Das Atrium Vestae liegt im Forum Romanum und zeigt einen rechteckigen Innenhof mit zwei Wasserbecken und Sockeln für Statuen entlang der Säulengänge. Über fünfzig Räume umgeben den Hof auf mehreren Ebenen, mit Wohnbereichen, Arbeitsräumen und Getreidespeichern.
König Numa Pompilius gründete das Heiligtum im 7. Jahrhundert vor Christus für sechs Priesterinnen, die das heilige Feuer hüteten. Kaiser Theodosius löste den Orden im Jahr 394 auf, nachdem das Christentum zur Staatsreligion erklärt worden war.
Die Bewohnerinnen dieser Anlage hatten eigene Immobilien und konnten verurteilte Gefangene begnadigen, wenn sie ihnen auf der Straße begegneten. Ihr Eid zur Keuschheit galt für dreißig Jahre, danach durften sie das Leben selbst wählen.
Der südliche Bereich zeigt noch eine Bäckerei mit Mahlstein und die Küche der Priesterinnen. Besucher können entlang der Säulengänge gehen und die Statuen betrachten, die einst die Bewohnerinnen darstellten.
Ausgrabungen nach der Auflösung des Ordens förderten fast 400 Goldmünzen und über 800 angelsächsische Münzen zutage. Manche Statuen der Priesterinnen wurden absichtlich verstümmelt, nachdem sie in Ungnade gefallen waren.
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