Nimrud, Archäologische Stätte im Gouvernement Ninawa, Irak
Nimrud ist ein archäologischer Hügel aus ockerfarbener Erde und erodierten Lehmziegeln in der Ebene von Ninive, 30 km südlich von Mosul und 5 km südlich von Selamiyah. Auf seiner flachen Kuppe zeichnen sich rechteckige Grundrisse früherer Bauten ab; rechts steht ein größeres Lehmziegelgebäude mit Flachdach, mehreren Bogenöffnungen und einem breiten Eingang, dem eine niedrige, dicke Mauer vorgelagert ist.
Unter Salmanassar I. (1274–1245 v. Chr.) als Handelssiedlung gegründet, wurde Kalhu von Assurnasirpal II. als Reichshauptstadt neu errichtet und war von 879 bis 706 v. Chr. Hauptstadt. Sargon II. verlegte den Hof nach Dur-Sharrukin, und die Stadt wurde 612 v. Chr. mit dem Fall Assyriens zerstört.
Der heutige Name der Stätte stammt von Archäologen des 19. Jahrhunderts, die sie mit dem biblischen Nimrod verbanden; die Assyrer nannten sie Kalhu. Kolossale geflügelte Stiere und Löwen mit Menschenköpfen flankierten die Palasttüren, und Stücke wie der Schwarze Obelisk Salmanassars III. befinden sich heute im British Museum.
Die Fundstätte liegt in einer flachen Landschaft nahe dem Fluss und ist an manchen Stellen uneben durch Schutthalden und Gräben. Festes Schuhwerk ist ratsam, da die Wege über Sand und Geröll führen und es kaum Schatten gibt.
Archäologen fanden in einer Palastkammer über 600 Elfenbeinstücke, die in einem Brunnen verborgen waren und unter Wasser konserviert blieben. Diese Schnitzereien stammen aus unterschiedlichen Kulturräumen und zeigen Motive aus Ägypten, Syrien und Anatolien.
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