Tulor, Archäologische Stätte nahe San Pedro de Atacama, Chile
Tulor ist eine archäologische Stätte in der Atacamawüste im Norden Chiles, bestehend aus mehreren runden Lehmgebäuden, die auf einem offenen, flachen Gelände verteilt sind. Die Bauten umfassen Wohnräume und Gemeinschaftsbereiche, die alle aus einfachem, ungebranntem Lehm errichtet wurden.
Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung in Tulor reichen bis etwa 380 v. Chr. zurück, doch der Großteil der erhaltenen Bauten entstand später, in einer Phase des Wachstums zwischen etwa 800 und 1200 n. Chr. Diese Ausbauphase hing mit Fortschritten in der Bewässerungslandwirtschaft in der Wüstenregion zusammen.
Die Menschen, die Tulor bewohnten, stellten Keramik und Textilien her, deren Überreste noch heute vor Ort zu sehen sind. Die runden Lehmbauten zeigen, wie die Gemeinschaft den knappen Ressourcen der Wüste begegnete.
Da das Gelände völlig offen und ohne Schatten ist, empfiehlt es sich, früh morgens zu kommen und ausreichend Wasser mitzunehmen. Das Gelände ist uneben, daher sind feste Schuhe ratsam.
Unter den Ausgrabungsfunden befanden sich Muschelschalen, die ursprünglich von der Pazifikküste stammten, Hunderte von Kilometern entfernt. Das deutet darauf hin, dass die Bewohner Tulors Teil eines weitreichenden Tauschnetzes waren, das die Wüste mit dem Meer verband.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 60,000 Mitwirkenden weltweit.